Pressemitteilung Saulgauer Wärme

Saulgauer Wärme: Die Wärmewende startet im Bad Saulgau

Bad Saulgau. Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung im Stadtforum hat die neu gegründete „Saulgauer Wärme GmbH & Co. KG“ über das aktuelle Fernwärmeprojekt in der Bad Saulgauer Kernstadt informiert. Gleichzeitig werden alle Gebäudeeigentümer, deren Grundstücke im Bereich der geplanten Ausbaugebiete liegen, aufgerufen, Ihr Interesse an einem Wärmeanschluss bei den Stadtwerken zu bekunden.

Etwa 200 Saulgauer Bürger und Bürgerinnen folgten am 11. Mai der Einladung der Stadtwerke und ließen sich im Stadtforum über die mittlerweile fortgeschrittenen Fernwärmeplanungen der Stadtwerke informieren. Das geplante Fernwärmenetz ist ein wesentlicher Bestandteil der kommunalen Wärmeplanung der Stadt Bad Saulgau.

In seiner Begrüßung plädierte Bürgermeister Raphael Osmakowski-Miller angesichts der jüngsten Energiekrisen dafür, die Bad Saulgauer Energieversorgung unabhängig von anderen zu machen. „Wenn etwas vernünftig ist, so muss man es machen!“ fasste er die Erfahrungen der letzten Jahre zusammen.

Richard Striegel, Betriebsleiter der Stadtwerke, erläuterte, dass das Projekt seit der ersten Bürgerinformationsveranstaltung im Februar 2023 deutlich fortgeschritten sei. Insbesondere habe man die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen zum Bau eines neuen Heizwerkes sowie den Bewilligungsbescheid des BAFA über 40% der geplanten Investitionen von etwa 78 Millionen Euro erlangt. Nun gelte es, das Projekt in nurmehr gut fünf Jahren umzusetzen. Zwanzig Kilometer Fernwärme-Leitungen seien in dieser kurzen Zeit zu verlegen.

Herr Richard Striegel, Betriebsleiter der Stadtwerke Bad Saulgau

Zur Umsetzung dieses Großprojekts und für den künftigen Betrieb haben die Stadtwerke die „Saulgauer Wärme GmbH & Co. KG“ gegründet und sich nach einem kompetenten Projektpartner umgesehen. Mit der Kelag Energie & Wärme GmbH aus Villach/Österreich wurde ein kompetenter Partner gefunden.

Robert Glockner, Prokurist der Kelag, stellte den Anwesenden sein Unternehmen vor, das als führender Wärmeversorger in Österreich seit 60 Jahren in der Wärme aktiv ist und im Zuge der Energiewende auch in Deutschland strategisch wachsen möchte. Jedoch „das Geschäft vor Ort muss hier vor Ort funktionieren, die Akteure sind bei den Stadtwerken“, betonte Glockner. Die Kelag wolle sich finanziell an der Saulgauer Wärme beteiligen und Verantwortung durch Bereitstellung von technischem und vertrieblichem Know-how sowie Dienstleistungen im Hintergrund übernehmen.

Erste Einblicke in die Wärmeerzeugung im neuen Heizwerk, das am Standort Herdgrube geplant ist, bot Johannes Übelhör, technischer Leiter der Stadtwerke. Dort werden zwei Kessel mit je 8 Megawatt Leistung im Regelbetrieb 80% des Wärmebedarfs mit Hackschnitzeln bereitstellen. Hackschnitzel seien, so Übelhör, in der Region im Umkreis von etwa 50 Kilometern in nächster Zukunft ausreichend verfügbar. Zusagen von regionalen Lieferanten lägen schon vor. Zur Absicherung von Ausfällen oder bei sehr kalten Temperaturen ist darüber hinaus ein Erdgas-Spitzenkessel vorgesehen, der jedoch im Jahresmix nicht mehr als 3% Anteil haben wird. Der verbleibende Wärmebedarf werde durch eine neue Wärmepumpe in der Sonnenhof-Therme bereitgestellt, deren Energie aus der Abkühlung des abgebadeten Thermalwassers gezogen wird.

Das Wärmenetz mit einer Länge von 20 Kilometern soll in vier Bauabschnitten 2028 bis 2031 in der Kernstadt verlegt werden. Diese Ausbaugebiete waren während der Veranstaltung auf Plänen dargestellt, so dass alle Interessenten die Versorgungsmöglichkeit Ihres Grundstückes prüfen konnten. Richard Striegel erläuterte das Angebot der Saulgauer Wärme und hob die Vorzüge einer modernen, sauberen und umweltfreundlichen Fernwärmeheizung hervor. Alle Interessenten, insbesondere große Wärmeabnehmer wie Gewerbebetriebe und Mehrfamilienhäuser, werden im Laufe der zweiten Jahreshälfte konkrete Angebote für Anschluss- und Wärmelieferverträge erhalten.

„Wichtig ist, dass bis 2027 genügend Wärmeverträge in einem Gesamtvolumen von 30 Gigawattstunden, also 30 Millionen Kilowattstunden, vorliegen, um die Saulgauer Wärme mit ihrem enormen Investitionsbedarf überhaupt realisieren zu können“, erläutert Striegel den nächsten wichtigen Meilenstein für das Projekt. Hierzu werden künftig Beratungen sowohl bei den Stadtwerken als auch bei interessierten Hauseigentümern vor Ort angeboten. Vor allem ist nun erforderlich, dass sich alle Interessenten auf der Homepage der Saulgauer Wärme (www.saulgauer-waerme.de) mit ihrem Gebäude registrieren und ihren möglichen Bedarf anmelden. Das Projekt befindet sich nun in einer kritischen Phase, denn ohne diese Interessenten, die anschließend ein verbindliches Vertragsangebot erhalten werden, kann die Saulgauer Wärme nicht Realität werden.

Die rege Beteiligung in der anschließenden Fragestunde machte die Wünsche wie auch die Sorgen der betroffenen Bürger deutlich. Viele Bad Saulgauer haben mittlerweile sehr alte Heizungen, mit deren Ausfall in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Übergangslösungen bis zur tatsächlichen Wärmelieferung sind im Einzelfall zu finden. Die Sicherung der Wärmeversorgung gegen technische Ausfälle oder bei Rohstoffknappheit beschäftigte viele Anwesende ebenso wie Fragen zum geplanten Wärmevertrag und den Preisbestandteilen, sowie etwaigen Förderprogrammen bei einem Wärmeanschluss.

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Über die Stadtwerke Bad Saulgau:

Die Stadtwerke Bad Saulgau sind mit rund 55 Mitarbeitern als Eigenbetrieb der Stadt Bad Saulgau für die Energieversorgung unserer Stadt in den Sparten Strom, Gas, Wasser, Wärme und Breitband tätig. Zu unserem weiteren Aufgabengebiet gehören der Betrieb der Bad Saulgauer Bäder, der Parkhäuser sowie weitere Dienstleistungen.

Über die Kelag Energie & Wärme GmbH:

Die Kelag Energie & Wärme GmbH zählt zu den führenden Wärmeanbietern Österreichs und betreibt rund 85 Fernwärmenetze in mehreren österreichischen Bundesländern. Das Unternehmen versorgt Haushalte, Betriebe und öffentliche Einrichtungen mit erneuerbarer, effizient erzeugter Wärme aus Biomasse, industrieller Abwärme und modernen Kraft-Wärme-Kopplungssystemen. Mit rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, davon etwa 150 Betriebstechnikerinnen und -technikern, steht die Kelag Energie & Wärme für hohe Versorgungssicherheit, starke regionale Verankerung und technische Kompetenz.

Ansprechpartner

Andreas Dürler, Martin Träger

Stadtwerke Bad Saulgau

Moosheimer Str. 28

88348 Bad Saulgau

T: 07581 506-0

E: vertrieb@stadtwerke-bad-saulgau.de

www.stadtwerke-bad-saulgau.de

www.saulgauer-waerme.de

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