Eure Interessensbekundung macht den Unterschied!
Um den größtmöglichen Anteil an Kunden an unser Wärmenetz anschließen zu können, richtet sich die Planung nach der Konzentration der Interessensbekundungen. Je mehr Interessensbekundungen wir also aus einem Gebiet erhalten, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses bei der Planung berücksichtigt werden kann.
Für eine präzise und vorausschauende Planung, ist es dringend notwendig, dass sich alle Bürgerinnen und Bürger aus Bad Saulgau, die sich grundsätzlich einen Anschluss ans Wärmenetz vorstellen können, eine Interessensbekundung bei den Stadtwerken einreichen.
Die Saulgauer Wärme in 4 Bauabschnitten

Geplante Trassenlänge (ohne Hausanschlüsse): rund 20 km
Das Heizwerk
In der Heizzentrale werden sowohl die Hackgutkessel als auch die Besicherungskessel installiert, ergänzt durch ein großzügiges Brennstofflager. Zudem werden Büroräume und die zentrale Leitwarte untergebracht. Vier Pufferspeicher sichern zukünftig eine zuverlässige Wärmeversorgung. Eine PV-Anlage mit rund 520 kWp soll einen Teil des Betriebsstroms liefern.
Komponenten und Daten des geplanten Heizwerks
- 2 x 8.000 kW Biomassekessel
- 8.000 kW Besicherungskessel (Erdgas)
- 4 x 120 m³ Pufferspeicher
- Rd. 520 kWp PV-Anlage
Zusätzlich in der Sonnenhof-Therme: 1.200 kW Großwärmepumpe (nutzt die Umweltwärme aus dem abgebadeten Thermalwasser)

Die Vision
Die Kernstadt Bad Saulgaus soll mit Fernwärme versorgt werden, die laut Planung zu mindestens 97 % aus Biomasse und Umweltwärme stammt. Die Stadtwerke Bad Saulgau haben sich entschlossen, dieses Ziel in die Realität umzusetzen!
Im Verlauf des Projekts finden Sie hier Informationen zu
- der Funktionsweise
- eingesetzte Energieträger,
- Zeit- und Ausbaupläne,
- Termine und Veranstaltungen,
- Angebote und Verträge,
- gesetzliche Rahmenbedingungen,
- staatliche Förderprogramme.
1. Grundlagen in Bad Saulgau
Die Stadt Bad Saulgau mit ihren ca. 17.600 Einwohnern ist eine Kur- und Bäderstadt. Sie erhielt in den letzten Jahren zahlreiche Auszeichnungen für Naturschutz und Grünprojekte. Titel wie „Naturschutzkommune 2007“, Landeshauptstadt der Biodiversität 2011, Preisträgerin der Goldmedaille beim europäischen Biodiversitätswettbewerb „Entente Florale Europe“ sind Ansporn für zahlreiche Aktivitäten. Als eine von zehn Modellkommunen Baden-Württembergs ist Bad Saulgau für das Projekt „Global Nachhaltige Kommune in Baden-Württemberg“ (GNK) ausgewählt worden. Seit 2022 liegt ein Nachhaltigkeitsbericht („N-Bericht“) für Bad Saulgau vor.
Die Stadtwerke Bad Saulgau sind ein Eigenbetrieb der Stadt Bad Saulgau. Betriebsleiter der Stadtwerke ist satzungsgemäß der Erste Beigeordnete der Stadt Bad Saulgau. Die Stadtwerke sind weitestgehend für die Energie- und Trinkwasserversorgung in der Stadt Bad Saulgau und deren Ortsteile zuständig. Des weiteren betreiben sie auch kommunale Einrichtungen wie das Hallenbad, Parkhäuser und die Straßenbeleuchtung. Ebenso erbringen sie Dienstleistungen im Bereich Trinkwasserversorgung und Straßenbeleuchtung für andere Gemeinden der Region. Der Gemeinderat der Stadt Bad Saulgau hat darüber hinaus die Stadtwerke mit dem Ausbau der Breitbandinfrastruktur beauftragt.
Seit den neunziger Jahren betreiben die Stadtwerke drei Wärmenetze. Insgesamt werden ca. 12.000 MWh Wärme an Kunden abgegeben. Die ursprüngliche Fernwärmeversorgung des Schulzentrums, mit Heizzentralen in der „Brechenmacher-Schule“ und im Schwimmbad, wurde ab 2010 in die Kernstadt erweitert. 2017 wurde die Fernwärmeleitung in der Schulstraße zwischen Realschule und Aicher-Scholl-Schule verlegt. Hierbei konnten mehr als 70% der möglichen Anschlussnehmer angeschlossen werden.
Die vorhandene Wärmeerzeugung in Bad Saulgau ist geprägt von gasbetriebenen Blockheizkraftwerken (BHKW), die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Aufgrund des Zuspruchs zahlreicher Grundstückseigentümer ist das Fernwärmenetz an seiner Leistungs-Kapazitätsgrenze angekommen, so dass derzeit keine weiteren Anschlussnehmer mit Fernwärme bedient werden können.
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 01.07.2021 die Stadtwerke beauftragt, für die Gesamtstadt ein neues, innovatives Versorgungskonzept zu erstellen.
2. Zielsetzung des Vorhabens
Die Nachfrage nach Wärmeversorgungslösungen mit erneuerbaren Energien ist auf Kundenseite stark angestiegen. Gründe hierfür sind zum einen das Alter zahlreicher Heizungsanlagen, die während des jahrzehntelangen Baubooms im vergangenen Jahrhundert in Betrieb genommen wurden und nun altersbedingt zu erneuern sind. Zum anderen stellen die nicht vorhersehbaren Entwicklungen der Energiemärkte, die klimapolitischen Entwicklungen und die sich laufend ändernden politischen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung an Hauseigentümer dar.
Regenerative und erneuerbare Energien bilden das neue Rückgrat der wirtschaftlichen Energieversorgung vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels. Besonders Wind-, Sonnen-, Bioenergie, Umweltwärme aus der tiefen- und oberflächennahen Geothermie, Abwärme aus der Industrie ersetzen immer mehr fossile Energieträger.
Mit breiten Anwendungsmöglichkeiten finden die unterschiedlichsten Facetten erneuerbarer Energien auch im Bad Saulgauer Wärmekonzept Berücksichtigung. Besonders wird die Biomasse mit ihrer regionalen Verfügbarkeit und ihrer Speicherfähigkeit mittelfristig eine wichtige Rolle spielen.
Sowohl Abwärmenutzungen aus gewerblichen Einrichtungen, wissenschaftlich begleitete Erdwärmenutzungen, optimierte Gesamtbilanzierungen von Biomasseanlagen wie auch die solare Nutzung für Strom und Wärme wurden in die Untersuchung einbezogen. Neben Akteuren aus Wissenschaft und Hochschulen unterstützen Berater der regionalen Energieagenturen sowie weitere Fachexperten die vorliegende Gesamtkonzeption.
Darin wird unter Nutzung innovativer Technologien bedarfsgerecht und flexibel Wärme vor Ort erzeugt – aus Biomasse und Umweltwärme aus dem Thermalwasser, ergänzt durch einen Erdgas-Besicherungskessel für Spitzenlasten (höchstens 3 %).
Darüber hinaus bieten sich Optionen zur Einbindung künftig erschlossener, neuer Wärmequellen (z. B. aus der Tiefengeothermie), um damit zu gegebener Zeit eine Verdrängung nachwachsender Rohstoffe (Biomasse) zu ermöglichen.
Dazu gehören
- deutlich weniger fossile Energieträger als in den bestehenden, gasbetriebenen Netzen (Erdgas nur zur Spitzenabdeckung, höchstens 3 %),
- Einspeisung eines hohen Anteils erneuerbarer Wärme,
- Orientierung an der bestehenden Willensbekundung der Kundinnen und Kunden zur Fernwärme.
Weitere Ziele sind:
- flexible Umstellung von Brennstoffarten/Systemumstellung,
- regionale Wertschöpfung bei Energiebeschaffung und Investitionen,
- Reduzierung von Abgasemissionen durch Rauchgasreinigung (u. a. Staub, NOx),
- weitestgehende Nutzung der Rauchgasenergie über Wärmerückgewinnung (Kondensationsanlage),
- reduzierter Anlieferverkehr im Stadtgebiet durch die geplante Heizhaus- und Standortoptimierung,
- großflächiger Ausbau in der Kernstadt mit Fernwärme und Verbund der drei bestehenden Fernwärmenetze,
- Umsetzung und Kooperation des innovativen Projekts mit regionalen Partnern,
- Weiterführung der KfW-geförderten Quartierskonzeption Seewattenstraße/Eichendorffweg vom Dezember 2020,
- grundsätzlich: die Befriedigung der erhöhten Nachfrage der Grundstückseigentümer nach einer Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien.
Geördert durch:

Finanziert durch die Europäische Union – NextGenerationEU. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die des Autors/der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansichten der Europäischen Union oder der Europäischen Kommission wieder. Weder die Europäische Union noch die Europäische Kommission können für sie verantwortlich gemacht werden.
